ABB | STP Architekten

Neubau Verwaltungsgebäude

Biesenthal-Barnim

offener Realisierungswettbewerb
BGF 3.100 m²
Baukosten 15 Mio. €

zusammen mit ARS Roberto Scarsato


Entwurfskonzept
Unser Entwurf folgt dem Leitbild Biesenthals als „Natur-Park-Stadt“. Das winkelförmige Gebäudeensemble wird von der Straße zurückgesetzt als „Haus-im-Natur-Park“ auf dem landschaftlich geprägten Grundstück angeordnet. Es gliedert sich in ein „Amts- und eine Veranstaltungsgebäude“. Durch die Positionierung entsteht perspektivisch – nach dem Abbruch des Bestandsgebäudes - ein großzügiger Freiraum vor den neuen Gebäuden, der sich wie ein „Vorgarten“ oder die „Vorfahrt“ traditioneller ländlicher Gebäudetypologien verhält. Das Gebäudeensemble ist von der Straße aus gut sichtbar, aber durch die Anordnung in der Tiefe des Grundstückes ergibt sich zudem eine gewisse „Dramaturgie bei der Annäherung“. Der großzügige „Vorgartenbereich“ kann als „Lehr – und Themengarten“ gestaltet werden und stellt eine Weiterführung und Ergänzung des bestehenden Stadtparks dar. Der geschützte Baumbestand wird berücksichtigt und in das neue Freianlagenkonzept mit einbezogen. Die erforderlichen Stellplätze werden zur Plottkeallee hin orientiert.
Am Ende der sogenannten „Vorfahrt“ befindet sich - von den beiden Hauptbaukörpern zweiseitig eingefasst ein „Vorplatz“, der auch als Außenbereich des Veranstaltungebäudes dienen kann.
Auf der anderen Seite des „Gebäudewinkels“ liegt der geschützte – eher intern von den Mitarbeitern genutzte – „Amtsgarten“. Dessen Charakter orientiert sich am landschaftlich geprägten Sydower Fließ.

Funktionskonzept
Das winkelförmige Gebäudeensemble besteht aus zwei Baukörpern, die zueinander verschoben sind und über ein „eingeschossiges Gelenk“ miteinander verbunden sind. Im dreigeschossigen Hauptbaukörper befinden sich – um eine kompakte, mehrgeschossige Erschließungshalle angeordnet - die verschiedenen Fach- und Funktionsbereiche des Amtsgebäudes. Alle Bereiche beziehen sich auf die gemeinsame „Erschließungshalle“. Es entsteht eine gute Orientierbarkeit und eine gemeinsame bauliche Identität der einzelnen Abteilungen. Bereiche mit intensiverem Publikumsverkehr befinden sich im EG direkt an das Foyer angebunden. In einem zweiten – kleineren, eingeschossigem Baukörper, der auf dem Grundstück weiter vorne positioniert ist, befindet sich der Veranstaltungsbereich. Dieser Bereich ist über den Eingangsbereich mit dem „Amtsgebäude“ verbunden, kann jedoch auch vollkommen unabhängig genutzt werden. Beide Baukörper zusammen definieren den Eingangs- und Vorplatz, der auch als Veranstaltungsbereich genutzt werden kann. Im rückwärtigen Bereich entsteht durch die Baukörperverschiebung der bereits erwähnte „Amtsgarten“.
Lager und Archive, sowie weitere – erforderliche – Technikräume werden im Untergeschoß angeordnet. Der Hauptbaukörper – das sogenannte „Amtsgebäude“ soll so konzipiert werden, das eine Aufstockung - z.B. im hinteren Bereich – um ein weiteres Geschoß erfolgen kann. Die Lage der Treppen und Aufzüge wurde so gewählt, dass eine Erweiterung möglich ist. Externe – von außen zugängliche Nutzungen – wie z.B. die „Revierpolizei“ sind gut sicht- und erreichbar im EG angeordnet.

Architektur – Konstruktion – Material
Die für die erste Phase vorliegende „Gebäudekonzeption“ stellt noch keinen verbindlichen Architekturentwurf dar, sondern ist vorerst eine „erweiterte Baumassenstudie“, die die Anordnung des Gebäudeensembles auf dem Grundstück und die funktionale Umsetzung des geforderten Raumprogramms untersucht.
In einer weiteren Entwicklung des Entwurfes stellen wir uns vor, dass das Ensemble aus den beiden Baukörpern auf einer „massiven Basis“ die z.B. durch ortstypische Klinker materialisiert wird, leichtere „Aufbauten“ erhält, die als „hybride Holzkonstruktion“ gedacht sind. Die Fassaden stellen wir uns in einer Mischung aus geschlossenen Klinkerbereichen und offenen Holz-/ Glaskonstruktionen vor. Geeignete Bereiche sollen eine Fassadenbegrünung erhalten. Die Dächer werden - wo möglich- ökologisch wirksam begrünt und für die Nutzung von Solarenergie vorgesehen.
Die erforderliche Haustechnik soll auf das minimal erforderliche Reduziert werden. Die natürliche Belicht- und Belüftbarkeit aller wesentlicher Räume ermöglicht die Umsetzung eines expliziten Low-Tech-Ansatzes bei der Gebäudetechnik.